[Junge Welt] Obamas Ostermorde Etwa 40 Tote bei US-Drohnenangriffen im Jemen

22.04.2014 / Inland / Seite 2Inhalt

Von Knut Mellenthin
Bei US-amerikanischen Drohnenangriffen auf Ziele im Jemen wurden über Ostern nach unterschiedlichen Angaben etwa 40 Menschen getötet. Unter den Todesopfern waren mindestens drei, möglicherweise sogar fünf unbeteiligte Personen. Die US-Regierung verweigert wie üblich jede Erklärung zu Zweck und Folgen der Angriffe. Nicht einmal deren Stattfinden wurde offiziell bestätigt oder bestritten.

Ziel der Angriffe am Sonnabend war nach übereinstimmenden Berichten des jemenitischen Regimes und mehrerer Zeugen ein Kleinlaster, auf dem sich bewaffnete Rebellen – angeblich »mutmaßliche Al-Qaida-Leute« – befunden haben sollen. Etwa 15 oder 16 von ihnen wurden getötet. Die Operation, bei der mehrere schwere Hellfire-Raketen abgeschossen wurden, zog auch zwei in der Nähe befindliche Fahrzeuge in Mitleidenschaft. Dabei sollen mindestens drei unbeteiligte Arbeiter ums Leben gekommen sein. Schauplatz war die Provinz Schabwa im Süden des Landes.

Am Sonntag attackierten die USA mit mehreren Drohnen ein angebliches Ausbildungslager von Rebellen, die vom jemenitischen Regime gleichfalls Al-Qaida zugeordnet wurden. Augenzeugen berichten, daß ungefähr 25 Leichen aus den Trümmern geborgen worden seien. Ein örtlicher Stammeschef sagte gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP sogar, daß 30 Menschen ums Leben gekommen seien.

In einer Stellungnahme des jemenitischen Verteidigungsministeriums hieß es am Montag, daß der Militärschlag vom Vortag, der in einem etwa 450 Kilometer südlich der Hauptstadt Sanaa gelegenen gebirgigen Gebiet stattfand, »massiv und beispiellos« gewesen sei. Die Rebellen seien dabei gewesen, »Angriffe gegen jemenitische und ausländische Interessen in der Region vorzubereiten«. Der Drohnenangriff sei Teil einer größeren Operation gegen »hochrangige Al-Qaida-Ziele« gewesen, an der auch jemenitische Spezialeinheiten beteiligt seien.

Es war in diesem Jahr bereits mindestens das achte und neunte Mal, daß die US-Regierung bewaffnete Drohnen für Mordaktionen im Jemen einsetzte. Im Dezember 2013 waren beim »versehentlichen« Angriff unbemannter US-amerikanischer Flugkörper auf eine Hochzeitsgesellschaft im Jemen zahlreiche Menschen getötet worden.

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