Medialer Sturmangriff des Westens auf Putin, Russland, Ukraine

 

 

Einar Schlereth
15. Februar 2014

 
http://ow.ly/tFyem

Die westlichen Medien – Zeitungen, Rundfunk, TV – überschlagen sich in ihren medialen Hieben unter die Gürtellinie. Sie haben besonders Putin auf’s Korn genommen, dann Sochi und Russland im allgemeinen. Die Lügen hageln so faustdick herunter, dass man sie als Einzelperso kaum noch sortieren, geschweige denn verarbeiten kann.

„Wenn der jüngste Tsunami von schändlich unprofessionellen und politischen Hetzartikeln in führenden Zeitschriften und Magazinen [besonder über Sochi, Ukraine und Putin] ein Anzeichen ist, dann ist dieser Medien-Missbrauch jetzt vorherrschend und die neue Norm“, wie Stephen F. Cohen schreibt. Er hätte gut und gerne Rundfunk und Fernsehen dazuzählen können.

Es spielt auch gar keine Rolle mehr, ob eine echte Bombshell explodiert – als die stellvertretende US -Außenministerin Victoria Nuland erwischt wurde, wie sie in einer Bandaufzeichnung mit dem US-Botschafter in der Ukraine Geoffrey Pyatt die Details weiterer Einmischung in der Ukraine bespricht und die berühmten Worte sprach „Fuck the EU!“, während gleichzeitig US-Außenminister John Kerry jede Einmischung in der Ukraine leugnete. Das wird großzügig übergangen und es wird weitergemacht.
Michael Whitney zieht eine Parallelle zu den Bushies – dem alten und dem jungen – die dazumal die Orangene Revolution in Gang brachten, was am Ende zu einer engeren Anlehnung der Ukraine an Russland führte. Er wundert sich, dass Obama dasselbe Spiel nochmals probiert.

Er blickt zurück und konstatiert, dass die USA in den vergangenen 60 Jahren nicht einen Krieg gewonnen haben „mit ihrer verspeckten Armee, ihren Skandal umwobenen Geheimdiensten, ihren komischen Rambo-ähnlichen „Spezial-Einheiten“ und ihren ach so brillianten globalen Strategen, die glauben, die Zeit der Nationalstaaten werde bald vorüber sein und die glorreiche Neue Weltordnung werde einsetzen.“

Und dieses Hirngespinst wird von dem „Super-Strategen“ Brzezinski noch weiter gesponnen. Die USA muss die Ukraine gewinnen, um Russlands Einfluss zu mindern, China zu kontrollieren und dann wird am Ende die USA die einzige Super-Supermacht sein. Das erinnert mich an den Affen-Tanz, den Hitler in seinem ‘Adlernest’ bei Berchtesgarden aufführte, als Frankreich gefallen war.

 
 

Um sich den ukrainischen Kuchen unter den Nagel zu reißen, haben die Amis bereits 5 Mrd. US $ ausgegeben, vorwiegend an Neo-Nazis, den Hohlkopf Klitschko und die üblichen Gangster, die man sich aus den Knasts in Polen und sonstwo holt. Michael Whitney schreibt darüber recht ausführlich. Diese kriminellen Meuten haben das ganze Zentrum von Kiew verwüstet, Menschen verprügelt, einige ermordet. Diese Typen werden im Westen als ‘Freiheitshelden’ gefeiert. McCain, Nuland, Westerwelle etc. etc. lassen sich stolz mit Antisemiten, Neo-Nazis und sonstigem Gesindel ablichten.

Das Elend ist, dass die Ukraine einen Präsidenten hat, der alles andere als eine tatkräftige Führungs-Figur ist, obwohl rechtmäßig gewählt und allen Umfragen zufolge immer noch die Mehrheit des Volkes, die Miliz und die Armee hinter sich hat.

Außerdem ist ihm von der EU nichts geboten worden außer einer schlappen Mrd. $, aber zu haarsträubenden Bedingungen. Hingegen sind ihm von Russland und China 20 Mrd. Hilfe zugesagt worden. Trotzdem hampelt er immer noch hin und her, was ihn am Ende teuer zu stehen kommen kann.

Aber sein Zögern kann auch die Einheit des Landes kosten, d. h. dass es zu einer Spaltung führen kann. Die ganze Ukraine zu gewinnen, das kann sich der Westen wohl abschminken. Möglich, dass die West-Ukraine zu Europa kommt und der Osten sich Russland anschließt. Die Frage ist nur, ob Europa die verarmte und abgewirtschaftete West-Ukraine überhaupt haben will. Die EU hat ja ihre begehrlichen Blicke vor allem auf die industrialisierte Ost-Ukraine mitsamt der Krim geworfen. Aber ich will nicht weiter spekulieren, weil diese Geschichte in des Teufels Küche führen kann.

Nun zum dritten Punkt – Putin. „Seit Anfang 2000 sind die Medien [in den USA] einer pausenlosen Dämonisierung Putins gefolgt, mit wenig Rücksicht auf die Fakten,“ schreibt Stephen F. Cohen. Die US-Medien weinen dem ewig besoffenen Verräter Jeltzin viele Tränen nach, doch an Putin lassen sie kein gutes Haar. Und Cohen zählt alle Gelegenheiten auf, bei denen Putin den USA und kürzlich erst Obama aus der Klemme geholfen hat. Das hat viele Menschen im Westen irritiert, weil es wie eine Art ‘München-Politik’ aussieht.

Doch ich glaube, dass Putin klug genug ist, dem Westen nicht zu trauen, sondern nur versucht – wie dazumal auch Stalin – Zeit zu gewinnen, um die schlimmsten von den Amis unter Putin angerichteten Verheerungen rückgängig zu machen. Vor allem die Armee und die Rüstung auf den neuesten Stand zu bringen, was ihm im großen und ganzen bereits geglückt zu sein scheint.

Cohen hat in seinem Artikel verdienstvoller Weise zusammengetragen, was die wichtigsten Blätter in den USA so von sich geben über Putin und Russland. Wir sind ja einiges gewohnt von unseren Schmierblättern – von FAZ bis Spiegel und taz – aber was ‘renommierte’ US-Blätter von sich geben, das spottet jeder Beschreibung. Wall Street Journal: „Putins Regierung ist eine des Betrugs, der Gewalt und des Zynismus“ und „der Kreml als Nervenzentrum aller Schwierigkeiten, die dem Westen zu schaffen machen“. Man langt sich an den Kopf. Und Cohen zählt sie alle auf, die dem in nichts nachstehen: The Post, Times, The New Republic bis zur CNN, MSNBC und GBO’s Real Time. Und sie alle sind sich einig, dass Putin bald stürzen werde und Russlands Wirtschaft den Bach runtergeht. Man könnte meinen, sie malen ein exaktes Bild von den USA.

Und Sotchi. Du meine Güte, da feiert eine äußerst giftige Berichterstattung seit Wochen Triumphe.. Die Neubauten seien „typischer Sowjet-Stil“, es wird „Terror und Spannungen“ geben, Putin hat 51 Mrd. $ für Sotchi „verschleudert“, obwohl viele ernsthafte Kritiker zugeben, dass 44-45 Mrd. $ für wichtige Infrastrukturmaßnahmen draufgingen, die dem ganzen Land zugutekommen. Damit nicht gesagt (worüber ich vor ein paar Tagen schrieb), dass es nicht auch Korruption, schlechte Behandlung von Gastarbeitern etc. gegeben hat. Es steht uns natürlich gut an, uns über solche Dinge aufzuregen, weil so etwas bei uns ja nie vorkommt.

Die Übertreibungen sind so grotesk, dass es zum Lachen ist. Aber durch das Horrorgemälde sind sogar viele Angehörige von US-Sportlern nicht nach Sotchi gereist. Obwohl etwa vom US-Botschafter in Moskau heftig widersprochen wurde, als zuhause von Sotchi als „einem Heerlager“ gesprochen wurde. A propos: schaut euch doch mal – nur so zum Vergleich – Videos von den Spielen in London oder Vancouver an. Da konnte man von „Heerlagern“ sprechen. Viele US-Sportler haben inzwischen Putin auch ihren Dank ausgesprochen. Die armen Teufel! Was die wohl zuhause erwartet?

Zum Abschluss will ich noch auf den Artikel „Russia under Attack“ (Russland unter Beschuss) von Paul Craig Roberts [Ich sehe gerade, dass dieser Artikel von meinem Freund Klaus Madersbacher ins Deutsche für seine antikrieg- Seite übertragen wurde.] verweisen. Er listet nochmals alle die Vertragsbrüche der USA auf, die gegenüber Russland begangen wurden, nur nach dem Zusammenbruch. Er beklagt die Blauäugikeit der Ukrainer und der Russen visavis den USA und er spielt eine Reihe von Szenarien durch, die in Bezug auf die Ukraine denkbar wären, denen ich mich aber weiter oben entzogen habe. Aber weder er noch ich noch sonstwer sind Hellseher. Eines scheint sicher zu sein: Die extreme Blödheit der amerikanischen Führung, ein Resultat ihrer grenzenlosen Gier nach noch mehr Reichtum und Macht, kann noch sehr viel Unheil stiften.

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