Der Tod, der vom Himmel kommt: Überlegenheit der Drohnen

Ende November versetzte China seine Nachbarn und Rivalen durch einen gelungenen Flug einer unsichtbaren Drohne aus eigener Entwicklung ernstlich in Bestürzung. Primitive unbemannte Flugapparate werden zurzeit selbst von Terroristen eingesetzt, während Drohnenproduzenten behaupten, dass die sechste Generation der Fliegerkräfte unbemannt sein würde.

Es fällt einem sehr schwer, gerade den chinesischen Park von unbemannten Flugapparaten wegen äußerster Knappheit jeglicher Informationen über das Verteidigungspotential der VR China einzuschätzen. Ganz genau ist aber bekannt, dass in Bezug auf die Maßstäbe des Einsatzes von unbemannten Flugapparaten die USA und Israel die Spitzenposition behaupten. In Bezug auf das technologische Niveau auf diesem Gebiet werden die beiden Spitzenreiter von den Ländern der Europäischen Union eingeholt. Vertreter von Flugzeugbaukorporationen, darunter auch von russischen Unternehmen des Flugzeugbaus, prognostizieren für die nächsten Jahre einen Rückgang von bemannten Flugzeugen und Hubschraubern in den Luftstreitkräften der führenden Weltmächte bis auf 40 Prozent. Die Flugzeugproduzenten berufen sich dabei auf Berechnungen ihrer Analysten, welche behaupten, dass der sechsten Generation des Flugwesens eine unbemannte Zukunft beschieden sein würde.

Nichtsdestoweniger gibt es in der Expertengemeinschaft keine einheitliche Sicht hinsichtlich der Entwicklungsperspektiven der Drohnen. So ist Wladimir Schtscherbakow, Experte der russischen Ausgabe „Nesawisimoje Wojennoje Obosrenije“ (Unabhängige Militärrundschau), sich dessen sicher, dass es im Verlauf von mindestens fünf nächsten Jahren in den Luftstreitkräften der führenden Länder der Welt zu keiner radikalen Veränderung des Verhältnisses zwischen den Drohnen und den bemannten Flugapparaten kommen würde:

„Denn es sind verschiedene Fragen des Einsatzes von unbemannten Flugapparaten noch nicht bis zum Ende durchgearbeitet worden. Einstweilen bleibt der bemannte Flugapparat in überwiegenden Mehrheit von Fällen des Einsatzes der Luftstreitkräfte dennoch zweifellos effizienter als eine Drohne.“

In Zukunft würden die Drohnen, Schtscherbakows Worten zufolge, imstande sein, die Luftüberlegenheit am Himmel dadurch zu erringen, dass sie bedeutend kostengünstiger würden als die bemannten Flugapparate. Und selbstverständlich würde das dank ihrem wichtigsten Vorzug geschehen, der Möglichkeit dafür, das Leben von Piloten nicht zu riskieren.

Doch weisen die unbemannten Systeme auch eine Reihe von wesentlichen Mängeln technischen und juristischen Charakters auf. Funktioniert ein unbemannter Flugapparat auf der Grundlage eines in diesen implantierten Programms, so kann seine Flugrute unmöglich rückgängig gemacht oder verändert werden. Der Gegner ist imstande die Kontrolle über eine ferngesteuerte Drohne zu übernehmen oder abzuschwächen, indem er sich einfacher Computerprogrammchen bedient. Solche Zwischenfälle sind bereits mit amerikanischen unbemannten Flugapparaten sowohl im Irak als auch in Afghanistan vorgekommen. Der unbemannte Flugapparat, welcher von einer künstlichen Intelligenz gelenkt wird, ist bei weitem nicht immer imstande, die Situation objektiv einzuschätzen, und kann falsche Entscheidungen über einen Angriff treffen. Das Resultat solcher Entscheidungen waren Hunderte von Opfern unter den Zivilpersonen sowohl im Irak, als auch in Afghanistan und in Pakistan.

Allem Anschein nach hat Wladimir Putin gerade diesen Aspekt im Bereich des Einsatzes von unbemannten Flugapparaten gemeint. Dieser Tage erklärte Russlands Präsident während einer Beratung, die den Fragen der Entwicklung der inländischen Luftstreitkräfte gewidmet war, dass Drohnen ernst zu nehmende Gefechtskomplexe und kein Computerspiel seien. Davon ausgehend, beabsichtige Russland Programme für unbemannte Flugapparate zu entwickeln, doch würden die Praktiken des Einsatzes von Drohnen durch russische Militärs und Geheimdienste anders sein, als die, die von den USA und anderen Ländern in ihr Rüstzeug aufgenommen worden sind.

Erst vor kurzem wurde im Rahmen des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation ein neues Programm für die Ausbildung von Bedienungsleuten der unbemannten Systeme gestartet, und westliche Massenmedien begannen davon zu reden, dass in Russland insgeheim eine Drohne mit einer supergroßen Reichweite entwickelt werde. Die Entwicklung von unbemannten Flugkomplexen wird unvermeidlich zu einem Element des neuzeitlichen Wettrüstens.

Nikita Sorokin

http://german.ruvr.ru/2013_12_03/Der-Tod-der-vom-Himmel-kommt-Uberlegenheit-der-Drohnen-0431/

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