auf ARTE – Drohnen – Von der Waffe zur Überwachung

Heute um 23:10 Uhr auf ARTE:

(Wiederholung in einer Woche, am Freitag, 15.11., um 8:55Uhr
und außerdem wahrscheinlich während 7 Tagen auch auf Arte +7 abrufbar)

Auf Arte +/ ist auch ein weiterer, heute bereits ausgestrahlter Film zu Drohnen abrufbar, nämlich:

Drohnen – Nützliches Werkzeug oder tödliche Waffe?
http://www.arte.tv/guide/de/048727-011/x-enius
(Wiederholung im TV am 22.11. um 7:15 Uhr)

Text zum erstgenannten Film:

Drohnen sind ferngesteuerte Flugsysteme, die mit Sensoren, Kameras, Satelliten-Navigationssystemen oder auch mit Infrarotgeräten oder Waffen bestückt sind. Die technischen Möglichkeiten der Drohnen, die klein wie ein Vogel oder groß wie ein Frachtflugzeug sein können, scheinen aus einem Science-Fiction-Szenario zu stammen. Doch diese Technik fasziniert nicht nur, sie macht auch Angst. Denn die fliegenden Roboter werden die Einstellung der Menschheit in den Bereichen Kriegsführung und Überwachung sowie die internationalen Beziehungen nachhaltig verändern.

Die Dokumentation gibt einen Überblick über diese innovative Technik und deren Konsequenzen. Zunächst geht es um die technische Seite, die Konzeption und Funktionsweise von Drohnen und die jüngsten Neuentwicklungen dieser sensiblen, in vielen Bereichen der Geheimhaltung unterliegenden Rüstungstechnik.

In Interviews schildern Wissenschaftler und Entwickler ihre Sicht der Dinge. Zu Wort kommen Forscher des Massachusetts Institute of Technology, der Brookings Institution, der U.S. Air Force sowie der ehemalige Entwickler der israelischen Luftstreitkräfte Abe Karem. Der Urvater der Drohnen baute seine erste Maschine während des Jom-Kippur-Kriegs 1973. Später wanderte er in die USA aus. Dort verhalf er mit seinen Innovationen den Drohnen zum Durchbruch.

Die Dokumentation geht auch den ethischen Fragen nach, die der Einsatz von Drohnen zur Terrorismusbekämpfung aufwirft. Derzeit setzen allein die USA 10.000 Drohnen ein, 55 Staaten bauen, kaufen oder nutzen diese Luftgeräte. Sie ermöglichen es dem Besitzer ungeachtet etwaiger Ländergrenzen an jedem beliebigen Ort jedes beliebige Ziel anzugreifen, auch einzelne Personen. Vom Völkerrecht sind diese Angriffe nicht gedeckt, der Übergang zwischen Kriegshandlung und außergerichtlicher Hinrichtung ist oft fließend. Im vergangenen Jahr haben die Vereinigten Staaten Hunderte Drohnenangriffe in vier Ländern durchgeführt. Nur die Einsätze in Afghanistan waren offiziell einer kriegerischen Auseinandersetzung zuzuordnen; die Einsätze in Pakistan, Somalia und im Jemen waren Geheimoperationen. Die US-amerikanische Regierung bestätigt, dass dank dem Drohneneinsatz die Führung von Al-Kaida bei begrenzten Verlusten unter der Zivilbevölkerung dezimiert werden konnte. Experten bestreiten dies; in 30 Prozent dieser Einsätze hätten die Drohnen unschuldige Zivilisten getötet.

Und zum Xenius-Film schreibt Arte:

Diese Bilder kennt die Welt: Kampfdrohnen töten mit chirurgischer Präzision Terroristen in Pakistan. Das jedenfalls wollen uns Militärs glaubhaft machen. Doch nicht nur im Einsatzgebiet kommt es dabei zu Schäden – „X:enius“ berichtet. Auch darüber, dass Drohnen Leben retten: Wenn sie Rehkitze vor dem Mähdrescher-Tod bewahren oder bei Unglücken und Katastrophen helfen, deren Ausmaß zu bewerten.

Im Thema „Drohnen“ steckt eine unglaubliche Dynamik: Schon heute werden in den USA mehr Piloten für den Drohnenflug ausgebildet als für Kampfjets. Auch die Modellpalette wird weltweit immer breiter. Die derzeit kleinste Drohne der Welt hat die Größe einer Stubenfliege. Sie soll in Zukunft Spionage und Überwachung revolutionieren. Visionen, die auch Unbehagen hervorrufen.

Doch wie funktionieren Drohnen eigentlich? Für welche Zwecke werden sie genutzt und wo liegen dabei rechtliche Grenzen? Die beiden „X:enius“-Moderatoren Dörthe Eickelberg und Pierre Girard treffen mit Drohnen-Entwickler Stefan Müller zusammen. Er kennt sich aus: Seine selbst gebauten Drohnen haben es immerhin schon bis Hollywood geschafft.

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